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Miniaturmühlenbecher aus Silber, J.S. Zwanenburg & Zn, Sneek, 19. Jahrhundert
Miniaturmühlenbecher aus Silber, J.S. Zwanenburg & Zn, Sneek, 19. Jahrhundert
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Silberner Miniatur-Mühlenbecher, hergestellt von Fa. Jan Sjerps Zwanenburg & Zn aus Sneek. Tätig von 1864 bis 1900.
Ein Mühlenbecher ist eines der faszinierendsten und unterhaltsamsten Objekte aus der Geschichte des niederländischen Silbers.
Es ist kein gewöhnliches Trinkgefäß, sondern ein sogenannter Scherzbecher oder Trinkspielbecher.
Vom 17. Jahrhundert bis weit ins 19. Jahrhundert wurde dieser Becher bei festlichen Anlässen und Hochzeiten verwendet, um die Stimmung zu heben.
Wie funktionierte das Trinkspiel?
Das Einzigartige an einem Mühlenbecher ist, dass der Becher auf dem Kopf auf der Mühle steht, wenn er auf dem Tisch ruht. Man kann den Becher also erst abstellen, wenn er vollständig leer ist. Das Spiel verlief wie folgt:
- Der Becher wurde mit Wein oder Schnaps gefüllt.
- Der Trinker musste kräftig durch ein kleines Blasrohr (oder Röhrchen) an der Rückseite der Mühle blasen.
- Dadurch drehten sich die Flügel schnell.
- Gleichzeitig begann oft ein kleiner silberner Zeiger auf einer Ziffernscheibe (an der Rückseite der Mühle) mitzudrehen.
- Der Trinker musste den Becher in einem Zug leertrinken, bevor die Flügel stillstanden.
- Die Zahl, auf der der Zeiger schließlich stehen blieb, zeigte an, wie viele Becher der Trinker als „Strafe“ zusätzlich leertrinken oder wie viele Schläge er auslassen musste.
Im 17. und 18. Jahrhundert waren lebensgroße silberne Mühlenbecher exklusive Besitztümer für das reiche Bürgertum und den Adel, um Gäste zu beeindrucken. Im 19. und 20. Jahrhundert – der Zeit, in der Hersteller wie Zwanenburg aktiv waren – verwandelte sich der Mühlenbecher in ein beliebtes Miniaturobjekt (Prunksilber). Obwohl sie zu klein wurden, um wirklich daraus zu trinken, blieb der geniale Mechanismus mit dem funktionierenden Blasrohr und den rotierenden Flügeln exakt erhalten.
Die Miniatur ist mit dem Schwertchen für mindestens 2. Feingehalt Silber gekennzeichnet. Ebenfalls mit Meisterzeichen JZ222 gestempelt.
In gutem Zustand.
Gewicht: 40,6 Gramm. Abmessungen: 3 x 9,5 cm.
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