**Schnupftabakdosen im 18. Jahrhundert: Ein Symbol für Status und Stil in den Niederlanden**
Im 18. Jahrhundert waren Schnupftabakdosen mehr als nur Gebrauchsgegenstände. Sie waren wahre Kunstwerke, Statussymbole und persönliche Accessoires, die das reiche Kulturleben unter anderem in Amsterdam widerspiegelten. Der Aufstieg des Tabakkonsums in dieser Zeit beeinflusste nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Produktion von Luxusartikeln wie Schnupftabakdosen. Diese kleinen, filigranen Dosen erfreuten sich zunächst am Hof Ludwigs XIV. von Frankreich großer Beliebtheit und verbreiteten sich anschließend in ganz Europa, wobei Amsterdam zu einem wichtigen Produktions- und Handelszentrum wurde.
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Silberne Schnupftabakdose aus dem 19. Jahrhundert, speziell für Frauen. Kleineres Modell als das der Männer. Die silberne Dose trägt die Initialen G. v/d. B auf einem wunderschön verzierten Deckel.
Die Schachtel ist mit VH 33 gekennzeichnet, was für den Silberschmied HJ van Halteren aus Schoonhoven steht. Tätig von 1837–1863, Datumsbuchstabe b für 1861 und die zweite Inhaltsmarke.
Die Schnupftabakkultur des 18. Jahrhunderts:
Im 18. Jahrhundert galt das Schnupfen von Tabak als kultivierte Aktivität der Oberschicht. Es war nicht nur eine Möglichkeit, Tabakrauch in die Lunge zu bekommen, sondern galt auch als gesellschaftliches Ritual. Die sorgfältig ausgewählte und oft wunderschön verzierte Schnupftabakdose war ein wesentlicher Bestandteil des Schnupferlebnisses.
Die Tabakindustrie florierte in dieser Zeit, und Amsterdam spielte als Handelszentrum dabei eine wichtige Rolle. Die Stadt war bekannt für ihre florierende Wirtschaft, in der Kunst und Handwerk mühelos mit dem Alltag verschmolzen. Die Nachfrage nach luxuriösen Schnupftabakdosen stieg, insbesondere unter der wohlhabenden Bourgeoisie und dem Adel. Diese Dosen galten oft als Ausdruck von Geschmack und Wohlstand.
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Silberne Schnupftabakdose in Form eines Koffers mit einer geschnitzten biblischen Darstellung von Abrahams Opfer auf der Oberseite und Abrahams Vertreibung von Hagar und Ismael auf der Unterseite.
Die Schachtel hat keinen Meisterstempel, aber es ist möglich, dass die Schachtel von Cornelis van Hoek (1786–1811) oder Dirk Goedhart (1782–1811) hergestellt wurde, die für ähnliche Kofferschachteln bekannt sind.
Die Schnupftabakdose ist mit der Stadtmarke von Amsterdam mit dem Jahresbuchstaben X für 1806 versehen. Die Schnupftabakdose ist außerdem mit dem gekrönten ET (Étranger = ausländisch) gekennzeichnet, dem Einfuhr- und Zollzeichen des französischen Kaiserreichs, das 1809–1819 im heutigen Belgien, den Niederlanden und anderen von Frankreich besetzten Gebieten verwendet wurde. Zusätzlich ist sie mit dem gekrönten O gekennzeichnet. (niederländisches Zollzeichen 1807).
Auf der Vorderseite mit den Initialen M J eingraviert.
Die Box ist in ausgezeichnetem Zustand.
Gewicht 43,9 Gramm. Abmessungen: 3,5 x 3,5 x 5,5 cm.
Die Herstellung von Schnupftabakdosen in Amsterdam:
Die Amsterdamer Handwerker des 18. Jahrhunderts waren äußerst geschickt in der Herstellung von Schnupftabakdosen. Die Stadt war für ihre Handwerkskunst bekannt, und für die Herstellung dieser Dosen wurden verschiedene Materialien wie Silber, Holz, Elfenbein und Porzellan verwendet. Einige Dosen waren sogar mit Perlmutt oder anderen Edelsteinen eingelegt, was sie zu wahren Kunstobjekten machte.
Die Verzierungen der Dosen waren oft kunstvoll und symbolträchtig. Sie waren mit Gravuren, Gemälden oder sogar kleinen Skulpturen verziert, die den Zeitgeist des 18. Jahrhunderts widerspiegelten, beispielsweise mythologische Figuren, Tiere oder das Stadtleben. Schnupftabakdosen wurden außerdem oft mit den Initialen oder einem persönlichen Motto des Besitzers verziert, um dessen Besitz zu unterstreichen.
Die gesellschaftliche Bedeutung von Schnupftabakdosen:
Schnupftabakdosen waren, wie bereits erwähnt, im 18. Jahrhundert weit mehr als nur praktische Gegenstände. Sie waren ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, insbesondere in Amsterdam, wo sich die wohlhabende Elite häufig in Salons und bei Versammlungen traf. Das Präsentieren einer schönen Schnupftabakdose war ein Zeichen des sozialen Status. Es war nicht ungewöhnlich, dass Menschen bei gesellschaftlichen Anlässen ihre Schnupftabakdose hervorholten, daran rochen und sie anschließend elegant anderen präsentierten.
Die Boxen hatten oft eine symbolische Bedeutung. Sie wurden beispielsweise oft zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Geburtstagen und anderen wichtigen Momenten im Leben verschenkt. Manchmal dienten sie sogar dazu, persönliche Botschaften oder Erinnerungen aufzuzeichnen.
Die Stadt Amsterdam spielte eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung dieser Kunstform. Handwerker arbeiteten oft in kleinen Werkstätten, aber es gab auch große Fabriken, die Schnupftabakdosen herstellten, insbesondere in der Nähe des Jordaan. Die Herstellung von Schnupftabakdosen war ein lukratives Geschäft, und die Stadt war ein Zentrum für den Handel mit diesen Luxusartikeln. Amsterdam exportierte Schnupftabakdosen in andere Teile Europas, und einige wurden sogar in die entfernten Kolonien der Niederlande geschickt.
Heute können wir die Schönheit und Handwerkskunst der Schnupftabakdosen aus dem 18. Jahrhundert in Museen und Privatsammlungen bewundern. Viele der Dosen sind als wertvolle Erbstücke erhalten geblieben und bieten uns einen faszinierenden Einblick in die soziale, kulturelle und künstlerische Welt des damaligen Amsterdam.
**Abschluss**
Schnupftabakdosen aus dem 18. Jahrhundert sind ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes Amsterdams und anderer Städte und bieten Einblicke in den Lebensstil und Geschmack der Oberschicht. Diese kunstvollen Objekte spiegeln nicht nur die Mode ihrer Zeit wider, sondern auch den sozialen Status ihrer Besitzer und die Blütezeit niederländischer Handwerkstraditionen. Obwohl das Schnupftabak-Schnupftabak heute nicht mehr so beliebt ist, bleiben Schnupftabakdosen ein faszinierender Teil der Stadtgeschichte und des Stadterbes.